1949-55 |
Kulturelles Leben: Kinozeit |
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Der Kinobesuch gehört
in den 50er Jahren zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Der
Werbeslogan "Mach dir ein paar schöne Stunden - geh ins Kino" spiegelt
die ausgeprägte Sehnsucht der Wiederaufbaujahre nach einer heilen Welt
wider. Zu den populärsten Filmgattungen zählt der Heimatfilm,
der dem Zuschauer idyllische Wälder statt zerbombte Städte präsentiert.
Große Kassenschlager werden "Schwarzwaldmädel" (1950), die erste
deutsche Farbproduktion, und "Grün ist die Heide" (1951) mit den Publikumslieblingen
Rudolf
Prack und Sonja
Ziemann.
Aber auch ernsthafte Versuche
einer Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit wie "Der 20. Juli" (1955)
und "Rosen für den Staatsanwalt" (1959) finden Zuschauer. Der zeitkritische
Film "Das Mädchen Rosemarie" (1958) über das Leben der ermordeten
Prostituierten Rosemarie Nitribitt (1933-1957) gerät zur bissigen Gesellschaftssatire
auf das Wirtschaftswunder. Zielscheibe eines öffentlichen Streits um
Prostitution und Sterbehilfe wird "Die Sünderin" (1951) mit Hildegard
Knef. Die DDR fördert durch staatliche Lenkung eine neue "sozialistische Filmkunst". Erfolgreiche
Produktionen der staatlichen Monopolgesellschaft DEFA sind "Das verurteilte Dorf" (1951) oder
"Schlösser und Katen" (1957), ein zweiteiliges Filmepos über den Aufbau der "neuen
Gesellschaft" in der DDR. (ahw) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |