1989/90 |
Wandel im Osten: Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP) |
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Am 7. Oktober 1989, dem 40. Jahrestag der DDR, wird im Pfarrhaus des Dorfes Schwante in der Nähe von Potsdam die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP) gegründet. Bereits im Juli 1989 verfassen die evangelischen Theologen Martin Gutzeit und Markus Meckel einen Aufruf mit dem Ziel, eine Initiativgruppe zur Gründung der Partei zu bilden. Ende August treten sie mit einem weiteren Aufruf an die Öffentlichkeit und wenden sich offen gegen den "absoluten Wahrheits- und Machtanspruch" der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Mitunterzeichner ist auch der Historiker Ibrahim Böhme. Ziel der SDP ist eine "ökologisch orientierte soziale Demokratie" und eine "soziale Marktwirtschaft mit striktem Monopolverbot". Sie fordert Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung, parlamentarische Demokratie und Freiheit der Gewerkschaften. Erster Geschäftsführer und späterer Vorsitzender der Partei wird Ibrahim Böhme. Am 1. April 1990 legt er alle Parteiämter wegen des Vorwurfs der inoffiziellen Mitarbeit für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) nieder. Als sich der Vorwurf bestätigt, wird er aus der Partei ausgeschlossen. Bei ihrer Gründung im Oktober 1989 kann die SDP bereits auf ein informelles, landesweites Verbindungsnetz zurückgreifen, das sich zunächst noch wesentlich an die innerkirchliche Kommunikation anlehnt. Ende November 1989 hat die Partei etwa 10.000 Mitglieder, die sich vor allem aus Sachsen und dem Berliner Raum rekrutieren. Strittig ist innerhalb der Partei die Aufnahme ehemaliger SED-Mitglieder. Langjährige Oppositionelle lehnen dies strikt ab, andere meinen, damit die SED schwächen zu können. Trotz dieser Gegensätze grenzt sich die SDP grundsätzlich von der SED und ihren ehemaligen Mitgliedern ab. Am 13. Januar 1990 wird die SDP in SPD umbenannt. Am 27. September findet der Zusammenschluss mit der SPD der Bundesrepublik statt.
(ke) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |