1945-49 |
Wiederaufbau und Wirtschaft: Demontagen |
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In allen Besatzungszonen werden Industrieanlagen zerlegt, verpackt und abtransportiert. Diese Demontagen sind als Ersatz für erlittene Kriegsschäden gedacht. Außerdem soll Deutschland daran gehindert werden, jemals wieder Krieg zu führen. Daher werden besonders Betriebe der Schwerindustrie demontiert. Jede Besatzungsmacht darf Reparationen nur aus ihrer Zone entnehmen. Lediglich die UdSSR erhält zusätzlich noch 10% der demontierten Güter aus den anderen Besatzungszonen. Ein Industrieplan des Alliierten Kontrollrates von 1946 sieht die Rückführung der deutschen Industrie auf den Stand von 1932 und die Demontage von 1800 Fabriken vor. Die Empörung der Deutschen, die häufig ihre Arbeitsplätze selbst demontieren müssen, ist groß. Oft kann nur unter Militärschutz demontiert werden. Doch mit den Spannungen zwischen den Alliierten wachsen auch die Uneinigkeiten über Reparationen und Demontagen: Die Sowjetunion und Frankreich sind an schnellen und umfangreichen Reparationen interessiert. Großbritannien und Amerika streben hingegen die Konsolidierung der deutschen Wirtschaft an, um nicht selbst für die Versorgung der Bevölkerung aufkommen zu müssen. Als erstes stellen die USA im Mai 1946 die Reparationslieferungen aus ihrer Zone an die UdSSR und Frankreich ein. Im Herbst 1947 beschließen die Westmächte dann eine Erhöhung des Industrieniveaus ihrer Zonen. Dennoch gehen auch hier die Demontagen zunächst weiter. Sie werden erst mit dem Petersberger Abkommen vom 22. November 1949 endgültig eingestellt. (ag) © Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland |