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Schriftsteller
- 1917
- 21. Dezember: Heinrich Böll wird in Köln als jüngstes
von sechs Kindern des Bildhauers Viktor Böll und seiner Frau Maria
(Geburtsname: Hermann) geboren.
- 1928-37
- Besuch des Staatlichen
Humanistischen Kaiser-Wilhelm-Gymnasiums in Köln.
- 1937
- Abitur und Beginn einer Buchhändlerlehre in Bonn.
- 1938
- Abbruch der Lehre und erste schriftstellerische Arbeiten.
Einberufung zum Arbeitsdienst.
- 1939-1945
- Beginn des Studiums der Geschichte und der klassischen Philologie,
das Böll mit der Einberufung zur
Wehrmacht schon bald abbrechen muss.
Kriegsdienst in Polen, Frankreich, der Sowjetunion und Ungarn sowie
Einsätze an verschiedenen Orten in Deutschland. Beförderung
zum Obergefreiten.
Böll erkrankt an Typhus und wird mehrfach verwundet. 1945 wird
er kurzzeitig in amerikanischen und britischen Lagern interniert.
- 1942
- Heirat mit der Übersetzerin Annemarie Cech. Aus der Ehe gehen
vier Söhne hervor.
- 1945
- Entlassung aus amerikanischer
Gefangenschaft.
- 1946
- Studium der Germanistik in Köln, Beginn intensiver schriftstellerischer
Tätigkeit.
- 1947/48
- Veröffentlichung erster Kurzgeschichten, wie "Aus der 'Vorzeit'",
"Die Botschaft" und "Der Angriff" in der Zeitung "Rheinischer Merkur"
und den avantgardistischen Zeitschriften "Der Ruf" und "Karussel".
- 1949
- Erste Buchveröffentlichung mit der vom Kriegserleben geprägten
Erzählung "Der Zug war pünktlich".
- 1950
- Veröffentlichung eines Sammelbandes mit 25 Kurzgeschichten unter
dem Titel "Wanderer, kommst du nach Spa...".
- 1951
- Sein Antikriegsroman "Wo warst du, Adam" wird veröffentlicht.
Böll lebt fortan als freier Schriftsteller mit festem Wohnsitz
in Köln.
Einladung zur Tagung der "Gruppe 47" in Bad Dürkheim, wo er für
seine satirische Geschichte "Die schwarzen Schafe" ausgezeichnet wird.
- 1953
- Veröffentlichung des Romans "Und sagte kein einziges Wort",
der eine durch das Elend der Lebens- und Wohnverhältnisse gefährdete
Ehe eines Heimkehrers zum Thema hat.
- 1954
- Veröffentlichung des Romans "Haus ohne Hüter".
- 1955
- Die im Jahre 1962 verfilmte Erzählung "Das Brot der frühen
Jahre" erscheint.
- 1957
- Veröffentlichung des Reiseberichts "Irisches Tagebuch".
- 1958
- Nach Erscheinen von "Dr. Murkes gesammeltes Schweigen und andere
Satiren" erhält er den Eduard-von-der-Heydt-Preis der Stadt Wuppertal.
Im Rundfunk darf ein Beitrag Heinrich Bölls, der „Brief an
einen jungen Katholiken", wegen seiner massiven Kritik am deutschen
Nachkriegskatholizismus nicht gesendet werden.
- 1959
- Veröffentlichung des Romans "Billard um halbzehn", in dem er
sich erneut mit Themen des Krieges und des Zusammenbruchs der bürgerlichen
Gesellschaft auseinander setzt.
Auszeichnung mit dem Großen Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen.
- 1961
- Stipendiat der Villa Massimo in Rom.
- 1963
- Veröffentlichung des Bestsellers "Ansichten eines Clowns", der
sowohl als Theaterstück inszeniert als auch verfilmt wird. Ein
zentrales Thema des Romans ist die Kritik am deutschen Katholizismus.
- 1964
- Gastdozent für Poetik an der Universität Frankfurt/Main.
- 1966
- Veröffentlichung des Erzählung "Ende einer Dienstfahrt".
- 1967
- Verleihung des "Georg Büchner Preises" der Deutschen Akademie
für Sprache und Dichtung.
- 1970-72
- Präsident des Deutschen P.E.N.-Zentrums (Bundesrepublik).
- 1971
- Veröffentlichung des Romans "Gruppenbild mit Dame", der später
verfilmt wird.
Wahl zum Präsidenten des Internationalen P.E.N.-Zentrums (bis 1974).
- 1972
- Öffentliche Kontroversen um seinen "Spiegel"-Artikel "Will Ulrike
Meinhof Gnade oder freies Geleit?".
Engagement in der sozialdemokratischen Wählerinitiative zur Bundestagswahl.
Auszeichnung mit dem Nobelpreis
für Literatur, der damit zum ersten Mal nach 43 Jahren wieder
an einen deutschen Schriftsteller vergeben wird.
- 1974
- Veröffentlichung der Erzählung "Die verlorene Ehre der
Katharina Blum oder: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen
kann", eine Kritik krimineller Formen der Meinungsmanipulation durch
die Boulevardpresse.
Im März gewährt Böll dem sowjetischen Schriftsteller
Alexander Solschenizyn erste Aufnahme. Zuvor hatte Böll einige
seiner Manuskripte in den Westen geschmuggelt und so erste Veröffentlichungen
ermöglicht.
Verleihung der "Carl-von-Ossietzky-Medaille" der Internationalen Liga
für Menschenrechte.
- 1977
- Zu Bölls 60. Geburtstag erscheinen die ersten fünf Bände
einer Werkausgabe sowie "Einmischung erwünscht. Schriften zur Zeit".
- 1981
- Engagement in der Friedensbewegung.
Böll spricht unter anderem bei der ersten Bonner Demonstration
gegen den NATO-Nachrüstungsbeschluss.
- 1983
- Ernennung zum Professor durch den Ministerpräsidenten des Landes
Nordrhein-Westfalen.
Ehrenbürgerschaft der Stadt Köln.
Teilnahme an der Blockade des US-Militärdepots Mutlangen, Ansprache
auf der zentralen Friedensdemonstration am 22. Oktober in Bonn.
- 1984
- Die Stadt Köln erwirbt das literarische Archiv Bölls und
richtet eine Böll-Sammlung und Arbeitsstelle ein.
- 1985
- 16. Juli: Heinrich Böll stirbt nach langer Krankheit in seinem
Haus in Langenbroich/Eifel. Obwohl er einige Jahre zuvor aus der katholischen
Kirche ausgetreten war, erhält er ein kirchliches Begräbnis.
Posthum erscheint im Herbst sein letzter Roman "Frauen vor Flusslandschaft".
- 1992
- Posthum erscheint Bölls
erster in der Nachkriegszeit spielender Heimkehrer-Roman "Der Engel
schwieg".
- 1995
- Unter dem Titel "Der
blasse Hund" erscheinen bislang unveröffentlichte Erzähltexte.
- 1997
- Gründung der Heinrich-Böll-Stiftung.
Die Stiftung steht der Partei Bündnis90/DieGrünen nahe.
- 2002
- Erscheinen der ersten Bände
der "Kölner Ausgabe der Werke Heinrich Bölls", einer
auf 27 Bände angelegten textkritischen Ausgabe aller veröffentlichten
und unveröffentlichten Texte Bölls.
(iz/sw)
© Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
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