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Politiker
- 1921
- 27. November: Alexander Dubcek wird in Uhrovec/Westslowakei als Sohn
eines Tischlers und Kommunisten geboren.
- 1925
- Übersiedlung mit der Familie nach Moskau. Der Vater folgt dem
Aufruf der "Internationalen Arbeiterhilfe" und beteiligt sich am Aufbau
der Sowjetunion.
- um 1938
- Rückkehr in die Tschechoslowakei. Dubcek arbeitet zunächst
als Maschinenschlosser in Trencin.
- 1939
- Anschluss an die illegale Kommunistische Partei der Slowakei
(KSS) und Teilnahme am Untergrundkampf gegen das Regime des Priesters
Jozef Tiso (1887-1947).
- seit 1941
- Facharbeiter in den Skoda-Werken in Dubnica nad Váhom.
- 1944
- Zusammen mit der Partisaneneinheit "Jan Ziska" beteiligt sich Dubcek
am slowakischen Nationalaufstand. Bei den Kämpfen kommt sein Bruder
ums Leben.
- 1945
- Arbeit als Schlosser in einer Hefefabrik in Trencin.
Heirat mit Anna, die er seit seiner Kindheit kennt. Aus der Ehe gehen
drei Söhne hervor.
- 1949
- Ernennung zum Ersten Sekretär des Bezirksparteikomitees von
Trencin.
- 1951
- Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der Kommunistischen Partei der
Slowakei (KSS) und für drei Jahre Abgeordneter in der Nationalversammlung
in Prag.
- 1952-1955
- Dubcek wird 1952 Erster Sekretär der Nationalen Front, einem
Zusammenschluss der kommunistischen Parteien der Tschechoslowakei. Seit
Anfang der 50er Jahre hat die Tschechoslowakische kommunistische Partei
(KSC) die Vormachtstellung innerhalb des Zusammenschlusses übernommen
und die politische Linie der Regie Moskaus unterstellt. 1953 wird Dubcek
Leiter des Parteidistriktes von Banská Bystrica.
- 1955-1958
- Studium an der Parteihochschule des ZK der KPdSU in Moskau.
- 1958
- ZK-Mitglied der slowakischen KP und kurz danach Kandidat des Politbüros
der Partei, Parteichef von Bratislava sowie ZK-Mitglied der KSC in Prag.
- 1960
- Dubcek wird einer der drei ZK-Sekretäre der KSC und Abgeordneter
der Nationalversammlung sowie Parteichef in der Westslowakei.
- 1963
- Erster Sekretär des ZK der slowakischen KP und Politbüro-Mitglied
des ZK der KSC in Prag.
- 1964
- Abgeordneter im Slowakischen Nationalrat.
- 1967
- 31. Oktober: Dubcek fordert auf einer ZK-Tagung der KSC den Rücktritt
des amtierenden Parteichefs Antonín Novotny, dessen autoritäres
und starres System immer mehr auf Ablehnung innerhalb der Bevölkerung
stößt.
- 1968
- 6. Januar: Dubcek wird zum neuen ersten Sekretär des ZK der
KSC gewählt. Im April wird eine neue Regierung unter Oldrich Cernik
(1921-1994) gebildet. Es werden Reformprozesse eingeleitet, die das
Parteiorgan "Rudé Pravo" mit den Worten "tschechoslowakischer
Weg zum Sozialismus" zusammenfasst. Besonders die Gesellschaft soll
liberalisiert werden, damit der Sozialismus ein "menschliches Antlitz"
bekomme. Unter anderem wird die Zensur abgeschafft und den Bürgern
die Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit garantiert. Dubcek wird zur
weltweit berühmten Symbolfigur des sogenannten Prager
Frühlings.
Auszeichnung mit dem Tschechoslowakischen Friedenspreis und mit dem
Dimitroff-Preis.
August: Auf dem Gripfeltreffen in Bratislava/Slowakei versuchen die
"sozialistischen Bruderländer" zum letzten Mal die tschechoslowakischen
Genossen zur politischen Umkehr zu bewegen. Dubcek und seine Mitstreiter
halten aber an ihren politischen und gesellschaftlichen Reformen fest.
20./21. August: In der Nacht okkupieren die Truppen des Warschauer
Paktes das Land und beenden gewaltsam den Prager Frühling.
Dubcek verharrt im Prager ZK-Gebäude bis er verhaftet wird. Anschließend
wird er nach Moskau verschleppt und unterzeichnet dort mit dem "Moskauer
Protokoll" die Kapitulationsurkunde des Reformprozesses sowie die Einführung
politischer Verhältnisse nach sowjetischem Vorbild.
November: Dubcek wird zum Mitglied des Exekutivkomitees des ZK-Präsidiums
der KSC ernannt.
Dezember: Dubcek wird die Verantwortung für die Parteiorganisation
in den Streitkräften übertragen.
- 1969
- Januar: Wahl ins Präsidium der Bundesversammlung und zum Vorsitzenden
des Verteidigungsrates.
April: Dubcek wird sämtlicher bisheriger Ämter enthoben und
auf den einflusslosen Posten des Bundesparlamentspräsidenten abgeschoben.
Neuer KP-Chef wird Gustáv Husák.
Oktober: Ernennung zum Botschafter in der Türkei.
- 1970
- Im Januar wird Dubcek sein Platz im ZK der Partei, im April sein
Mandat im Slowakischen Nationalrat und im Juni seine Parteimitgliedschaft
entzogen.
- 1970-1986
- Dubcek arbeitet bis zu seiner Pensionierung, abgeschirmt von der
Öffentlichkeit durch den Sicherheitsdienst, als Aufseher eines
Fuhrparks der Waldarbeiter in einem Forstbetrieb in Bratislava.
- 1974
- Dubcek beschwert sich in einem Brief an den Parteichef Husák
über die Verweigerung der Promotionsfeier für seinen Sohn.
In dem Schreiben übt er zusätzlich starke Kritik an der politischen
Situation.
- 1988
- Auf Drängen der italienischen Kommunisten darf Dubcek die Ehrendoktorwürde
der Universität Bologna entgegennehmen.
- 1989
- Juni: In einem Offenen Brief fordert Dubcek den KP-Chef Husák
auf, sich von seiner politischen Haltung im August 1968 zu distanzieren.
November: In der Tschechoslowakei kommt es, wie in anderen kommunistischen
Ländern zur "sanften Revolution". Die alte Parteiführung tritt
zurück. Dubcek wird Mitbegründer der Bewegung "Öffentlichkeit
gegen Gewalt" (VPN).
Dezember: Dubcek wird rehabilitiert und zum Präsidenten des Bundesparlamentes
gewählt.
Verleihung des Sacharow-Menschenrechtspreises.
- 1990
- Januar: Erste Reise nach Moskau seit 1968.
Dubcek protestiert gegen die "politische Hetzjagd" auf Mitglieder der
kommunistischen Partei.
Tod seiner Frau Anna.
- 1990/1991
- Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universitäten Madrid
(1990), Washington (1990), Bratislava (1991), Brüssel (1991) und
Dublin (1991).
- 1991
- Austritt aus der VPN wegen deren nationalistischen Bestrebungen.
- 1992
- März: Beitritt in die Sozialdemokratische Partei der Slowakei
(SDSS), deren Vorsitz er im Juni 1992 übernimmt.
September: Dubcek erleidet in der Nähe der mährischen Stadt
Humpolec mit seinem Dienstwagen einen schweren Unfall.
7. November: Alexander Dubcek stirbt in Bratislava an den Folgen des
Unfalls.
(iz/reh)
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