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Politiker
- 1926
- 3. Februar: Hans-Jochen Vogel wird in Göttingen geboren.
- 1943
- Abitur am Humanistischen Gymnasium in Gießen.
- 1943-1945
- Soldat im Zweiten Weltkrieg.
- ab 1946
- Studium der Rechtswissenschaften in München und Marburg.
- 1950
- Promotion in München mit einer Dissertation über ein strafrechtliches
Thema.
Eintritt in die SPD.
- 1952
- Vogel beginnt seine berufliche Laufbahn als Assessor im Bayerischen
Justizministerium.
- 1954
- Amtsgerichtsrat in Traunstein.
- 1955
- Vogel wird Leiter des Arbeitskreises für die Sammlung des Bayerischen
Landesrechts in der Bayerischen Staatskanzlei.
- 1958
- Stadtrat und Leiter des Rechtsreferates der Stadt München.
- 1960-1972
- Oberbürgermeister von München.
Bei seiner ersten Wahl zum Münchner Stadtoberhaupt am 27. März 1960
wird Vogel zum jüngsten Oberbürgermeister einer europäischen Millionenstadt
gewählt.
Verdienste erwirbt sich Vogel vor allem damit, dass er die Austragung
der Olympischen
Sommerspiele 1972 nach München holt.
- seit 1970
- Mitglied im SPD-Bundesvorstand.
- 1972
- Dezember: Vogel wird nach der Bundestagswahl
vom 19. November 1972 von Bundeskanzler Willy
Brandt zum Bundesminister für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau
ernannt.
- 1972-1977
- Landesvorsitzender der bayerischen SPD.
- 1972-1981
- Mitglied des Deutschen
Bundestags.
- 1973
- Veröffentlichung der Schrift "Reale Reformen. Beiträge zu einer Gesellschaftspolitk
der neuen Mitte".
- 1974-1981
- Nach dem Kanzlerwechsel
von Brandt zu Schmidt übernimmt Vogel im Kabinett Schmidt das Justizressort.
- 1981
- Januar: Vogel tritt die Nachfolge von Dietrich Stobbe (geb. 1938)
als Regierender Bürgermeister von West-Berlin an.
Mai: Nach der Wahlniederlage der SPD/FDP-Koalition löst ihn Richard
von Weizsäcker ab. Vogel wird Oppositionsführer im Berliner Abgeordnetenhaus.
- 1982/83
- Nach dem Sturz Helmut Schmidts
und dessen Verzicht auf eine neue Kanzlerkandidatur wird Vogel im Oktober
1982 zum Spitzenkandidaten der SPD nominiert, unterliegt jedoch bei
der Bundestagswahl
vom 6. März 1983 Bundeskanzler Helmut
Kohl.
Vogel kehrt als Berliner Abgeordneter in den Bundestag zurück und wird
auf Vorschlag Herbert Wehners
dessen Nachfolger als SPD-Fraktionsvorsitzender.
- 1983-1994
- Mitglied des Deutschen Bundestags.
- 1987
- Für die Bundestagswahl 1987 überlässt Vogel dem nordrhein-westfälischen
Ministerpräsidenten Johannes Rau
den Vortritt als Kanzlerkandidat und erspart der SPD somit einen Führungskampf.
- 1987-1991
- Parteivorsitzender der SPD in der Nachfolge Willy Brandts.
- 1990/91
- Bereits vor der Bundestagswahl
1990 deutet Vogel in Reaktion auf innerparteiliche Grabenkämpfe
den Verzicht auf den Parteivorsitz zugunsten des SPD-Kanzlerkandidaten
Oskar Lafontaine an. Die
diesbezügliche Entscheidung wird jedoch auf einen Termin nach den Wahlen
verschoben. Nach der Wahlniederlage Lafontaines und der SPD im Dezember
1990, stellt Vogel beide Führungsämter, Partei- und Fraktionsvorsitz,
zur Verfügung. Aufgrund der Weigerung Lafontaines, eines der Parteiämter
zu übernehmen, erklärt sich Vogel bereit, weiterhin die Fraktion im
Bundestag zu führen. Zu seinem Nachfolger im Parteivorsitz wird im Mai
1991 der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Björn
Engholm gewählt. Im November 1991 legt Vogel auch den Fraktionsvorsitz
nieder.
- seit 1993
- Gründungsvorsitzender der überparteilichen Initiative "Gegen Vergessen
- Für Demokratie", die sich der Thematik extremistischer Gewalt widmet
und zu diesem Zweck die Erinnerung an NS-Verbrechen
wachzuhalten sucht.
- 1994
- Vogel verzichtet auf eine erneute Kandidatur für den Deutschen Bundestag,
dem er mit kurzer Unterbrechung seit 1972 angehört hat.
- 1996
- Veröffentlichung seiner Erinnerungen unter dem Titel "Nachsichten.
Meine Bonner und Berliner Jahre".
- 1998
- September: Vogel spricht sich für die Einrichtung einer Bundesstiftung
zur Entschädigung früherer Zwangsarbeiter aus.
Auszeichnung mit dem Galinski-Preis für Verständigung zwischen der Jüdischen
Gemeinschaft und ihrer gesellschaftlichen Umgebung.
- 2001-2005
- Mitglied im Nationalen
Ethikrat, einer Organisation, die zu ethischen Fragen der Biotechnologie
und deren Folgen für Individuum und Gesellschaft Stellung nimmt.
- 2001
- Vogel erhält den Leo-Baeck-Preis,
die höchste Auszeichung des Zentralrates
der Juden in Deutschland. In seiner Dankesrede bekennt er sich dazu,
als Jugendlicher Scharführer und Kulturfunktionär in der Hitler-Jugend
gewesen zu sein und der "Faszination eines verbrecherischen Regimes
nur ungenügend widerstanden" zu haben. Vogel ist Ehrenbürger
der Stadt München.
(cwg)
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